geschichten sollte man von vorne beginnen- also die fakten zuerst. mein schatz hat sich aus suedafrika einen koffer nach amerika schicken lassen, der an mich adressiert war, da ihre wohnadresse nicht bekannt war. jedenfalls war es jetzt an mir denselben aus den klauen des fraechters zu befreien. eine an sich einfache sache- sollte man meinen.......
der herr hickl faehrt also zum flughafen. es sei bemerkt, dass das von meinem heim aus ca. 2 stunden beansprucht. dort angekommen sieht er sich einem sehr fundamentalen problem gegenueberstehen- naemlich dem fakt, dass das kein flughafen, sondern eine grossstadt ist und man das jeweilige gebauede einfach mal finden muss. ich frag mich also durch und lande nach einer stunde und der dementsprechend teuren taxifahrt dort wo ich hin muss. man begibt sich also in das gebauede, laechelnd, freundlich und erfragt die kerndaten. tja, nun war es so, dass sich der koffer gar nicht mehr dort befand, wo ich urspruenglich dachte- er wurde naemlich wegen supiciousness von der amerikanischen regierung konfisziert und an einen sicheren ort gebracht (mitten ins ghetto, wie sich spaeter herausstellen sollte). leichte unruhe meinerseits kam auf, speziell nach dem erhalt der information, dass es mich 380 dollar kosten wuerde, den koffer zu befreien. da ich aber nicht ordnungsgemaess benachrichtigt wurde (brief und telefon), dass der koffer angekommen war, konnte ich das nach mehreren gespraechen mit der hierarchie nach oben aufsteigenden menschen dieses zumindest abwenden.
ich stand nur vor einem grossen problem- wie zur hoelle erklaer ich das dem zoll und der usda, dass nichts anderes als kleidung in dem verdammten koffer ist. also keine andere moeglichkeit- ich musste hin. also rein ins taxi und eine halbe stunde fahren- und zwar an einen ort, an dem man besser nie sein sollte. quadratkilometerweise nur lagerhaeuser und beton, keine menschen- und der hickl mittendrin. also steig ich aus, sag dem taxifahrer er moege bitte warten und laufe hinauf zum zoll. gott preise die inkompetenz der amerikanischen beamten, die es sogar schafften die oesterreichischen oberbuerokraten in ausserordentlicher dummheit zu uebertreffen. nach einer stunde wirrwarr hatte ich mein anliegen erklaert und eine clearance auf dem lagerschein. also wieder runter- der taxifahrer war natuerlich weg- war ja auch nicht anders zu erwarten. wie sollte ich nur wieder zurueckkommen?
ich ueberzeugte einen busfahrer kurz vor dienstschluss ob einer sonderfahrt fuer einen armen studenten und machte es innerhalb von einer stunde zurueck zum cargo terminal. stolz und erschoepft wankte ich ins lufthansa gebaeude und legte den schein auf den tisch. ein fetter, rothaeutiger ami lachte mir ins gesicht, blinzelte auf den schein und sagt mit auesserst freundlicher stimme- sorry we are closed- please come back on monday 9am. ende tag eins. actual arrival time in nyc. 6.30 pm. tota hours on airport- 8.
tag 2- der heutige also. departure time montclair: 6.45 am.
nach den schon bekannten oeffentlichen kilometern war ich zu meiner ueberraschung nur 5 minuten zu spaet am zielort- dem lufthansa cargo terminal. nach einer halben stunde der totalen ignoranz gegenueber meinereiner konnte ich eine mitarbeiterin doch noch in ihrem fruehstueck unterbrechen und mein anliegen vortragen. sie rief natuerlich den supervisor, weil sie "not in charge" war. der kam, nahm sich, wenn auch extrem unfreundlich, meiner an und ueberreichte mir dokumente einerseits und geld (naemlich die 380 dollar strafe) andererseits. der herr hickl also wieder rein ins taxi und westwaerts richtung go (government warehouse, inwood nyc, 45 minuten vom cargo terminal). er zahlt fleissig, ueberzeugt den taxifahrer zu warten, stuermt das gebauede und steht vor einer ahnungslosen beamtin, die ihn am stand umdreht und noch einmal zum zoll schickt- natuerlich haben sie einen stempel vergessen...also wieder rein ins taxi- zurueck zum zoll, taxifahrer ueberzeugen zu warten und rauf, stempel, runter, zurueck zum go. der taxifahrer hat sich netterweise von einer 65 dollar pauschale ueberzeugen lassen und stand somit den vormittag frei zur verfuegung- wie nett. also dann im go- 380 dollar bezahlen, koffer aus dem lager raus, durchatmen und wieder rein ins taxi. tja und dann zur u bahn- jamaica station, brooklyn.
mein ausserliches setup- weisse jacke, helle hose, weisse tasche. fakten der jamaica station: drogen, 99% schwarze, krimineller schmelztiegel ny cities- ein platz zum wohlfuehlen- besonders in meinem outfit. ich hab mich demzufolge auf mein management buch konzentriert um den stechenden blicken der gangs auszuweichen (kein scherz!!). nach 12 minuten- die erloesung- der e train richtung world trade center- ein hochgenuss in mehr als 4 sprachen...
tja, wer jetzt gelangweilt ist, dem soll gesagt sein, dass ich mich noch nie zuvor in meinem leben aehnlich hilflos und verloren gefuehlt habe- und angst hab ich auch selten. unter diesen umstaenden keine furcht zu zeigen ist, so sei euch gesagt, ist schier unmoeglich...
fuer alle die wissen mochten, was der herr hickl nie wieder machen wird, hier eine kleine liste:
- jamaica station alleine, wenn es finster ist
- jfk cargo area, alleine, ohne cell phone und auto
- gepaeck mit lufthansa aka south african schicken
- mich mit us customs streiten
- zu fetten, weissen, rotgesichtigen amis nett sein
diese liste liesse sich beliebig fortsetzen, ich erspars euch und verbleibe mit einem lauten- geschafft, der koffer ist bei mir...
euer hickl
Monday, February 14, 2005
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