Wednesday, July 13, 2005

Reich- Reicher- Hamptons


Die Bild Zeitung haette den Titel nicht besser formulieren koennen wuerde ich mal meinen (und wieder einmal bestaetigt sich ein Stereotyp). Wie auch immer. Unser heutiges Thema dreht sich um gnadenlos zur Schau gestellten Reichtum, Praepotenz, Langeweile und Unzufriedenheit. Aber lasst mich mal von vorne anfangen.

Letztes Wochenende begaben wir uns auf eine Reise (man nennt es wohl Road Trip hier) in eine der schoensten Regionen der Ostkuest- genannt die Hamptons. Eine Oase der Reichen wie man so liest und hoert (oder wie meine Deutschen kollegen sagen- das Sylt New Yorks), die von uns natuerlich begutachtet werden will. Somit fahren Shanay, mein Wohnungskollege Evan und ich in das Haus seiner Mutter und machen einen auf Entdecker. Ohne Erwartungen und doch mit sanften Vorahnungen was uns erwarten kommen wir Freitag nachts am Ziel an und machen uns in dem kleinen aber auesserst gemuetlichen Haus breit.

Den naechstn Tag verbringen wir schwimmend, kochend und essend um uns dann so gegen Abend auf den Weg nach Sag Harbor zu machen- und genau hier beginnt die Geschichte.

Vorzustellen hat man sich SAG Harbor als kleines, verschlafenes Staedtchen mit riesen Villen, einem schoenen Pier, kleinen aber feinen Geschaeften die sich kleinstaedtisch anneinanderreihen und einer lieblichen Allee, die sich durch den Ort zum Wasser hin schlaengelt. Mitten drunter die sich entspannenden New Yorker in ihren braunen Tods Schuhen, den hellen shorts und teuren Polos, die mit einem braunen grossen Hund und einer behutentet Frau durch die Alle schlendern (man darf sich jetzt uebergeben, sollte man den Drang verspueren).

Jedenfalls stehe ich da mit offenem Mund und traue meinen Augen nicht. Warum? Das ist leicht erklaert. Oder seit ihr schon mal eine 200 Meter lange Strasse runtergegangen die folgende Liste an Autos enthaelt:

- 3 mal Aston Martin DB8
- Einmal Ferrari 360 Modena
- Mindestens 5 mal Porsche Carrera S
- Einen Haufen Oldtimer und... ein Nissan Altea (unser Gefaehrt geparkt genau dazwischen)

Das heisst innerhalb von 200 Metern (falls es ueberhaupt 200 Meter waren) befand sich genug Geschmeiss um 10 Generationen an Familien ein schoenes Leben zu ermoeglichen. Und das alles in Gestalt von Blech, Leder und Carbon.

Ich habe mir dabei folgendes gedacht: Was denkt sich ein New Yorker Broker mit seinem in diesem Fall langweiligen schwarzen Porsche dabei (der ihm ja sonst als Statussymbol dient), wenn er genau diesen in das Gewirr von Luxuskarossen parken will und dabei nicht mal auffaellt? Der muss ja durch die Hoelle gehen dabei und zu weinen anfangen.

In diesem Zusammenhang sei nocht erwaehnt, das wir einem genau solchen mit unserem Nissan den Parkplatz geklaut haben was in dieser Stadt dazu fuehrt, dass man wieder eine Stunde herumkurven muss um einen zu finden- innerhalb derer ist der Tank von so einem Porschegeraet ohnehin leer und man kann wieder tanken.

Vielleicht ist das der Grund dafuer, warum all die Menschen die wir dort gesehen haben nicht lachen koennen- wer weiss?

Und die Moral von der Geschicht- strebe nicht zur Oberschicht. Oder kauf dir keinen Porsche nicht oder....bevor es peinlich wird fuer mich hoer ich auf, aber ihr versteht was ich meine.

Der Parkplatzklauer

Friday, July 01, 2005

the art of waiting

Ganz traditionell wird wieder einmal ein Titel verwendet, der mit der eigentlichen Historie dieses Textes nichts zu tun hat. Wobei, wenn ich es mir recht ueberlege, eigentlich schon. Ich befinde mich naemlich gerade im Bryant Park, 42nd street (zum Zeitpunkt an dem diese Geschichte gelesen wird hoffentlich nicht mehr), um Shanay von der Arbeit abzuholen. Arbeit, tja das ist das, wovon ich gerade herkomme. 95 Morton Street um genau zu sein. Da verbringe ich in letzter Zeit eigentlich sehr viel davon- Zeit meine ich natuerlich. Heute bin ich aber etwas frueher weggekommen, weil Freitag ein auesserst ruhiger Tag ist.

Auf Grund dessen, dass ich ja ohnehin Shanay abholen will trifft sich das ganz gut, denn somit habe ich Zeit die ich schreibernderweise im park verbringen darf. Vorstellen kann man sich das ungefaehr so. Der dunkelblaue jeans und einen dunkelbleuen Pullover tragende Schreiber sitz einsam in einer Ecke des Parks , die braunbelederten Fuesse auf einem Sessel abgestellt und rauchend. Vor ihm eine grosse, gruene Wiese auf denen man wahlweise Menschen wiederfindet, die entweder schlafen, lesen oder so tun als ob sie was zu tun haetten, in Wahrheit aber die Menschen beobachten, die wirklich was zu tun haben. Und dann bin ich, der irgendwie ja auch beobachtet, dabei aber irgendwie auch was tut- in meinen schwarzen, schlanken Businesslaptop tippen naemlich (gnaedigerweise zur verfuegung gestellt von meiner Firma). Rund um mich befinden sich die sehr monumental anmutenden Hochhausbauten der 42nd street und haufenweise schwirren von der Arbeit fuer drei Tage befreite Menschen vorbei (Montag ist 4th of July).

Die akkustischen Eindruecke rittern mit den optischen Eindruecke um die Vorherrschaft in meinem Gehirn und warten darauf verarbeitet zu werden- ein sehr anstrengendes Unterfangen obs der lauten Umgebung. Menschen reden, Sirenen heulen, Autos hupen, schlicht, es passiert alles was man vom Sterotyp einer Grossstadt so erwartet. Was mich derzeit beschaeftigt ist meinem lieben Freund Philip zu verdanken, der vor kurzem das anscheinend ueberwaeltigende Bangkok verlassen hat. Er brachte mich in die Stimmung darueber nachzudenken, was mit meinem Geist so in 2 Monaten so passieren wird. Dann naemlich, wenn ich diese Stadt, mittlerweile eine mir sehr lieb gewordene Stadt verlassen muss. Zurueck in die Realitaet Oesterreichs- oder ist das Leben hier real? Ich weiss es nicht, oder nicht mehr.

Man steht auf und begibt sich hinaus in die Hochhauswelten New Yorks. Die Welt der gelben Taxis, die Geburtsstaette der Geschwindigkeit, die Heimant von Kapital und Kapitalismus. Welten werden hier geschaffen und gleichzeitig zerstoert (Beispiel Wall Street). Das Kontinuum von Raum und Zeit verschwindet, weil die Menschen hier um 2 Uhr frueh genauso beschaeftigt sind wie um 2 Uhr nachmittags. Und mittendrin ich, das Landei. Diesen Titel, so glaube ich, kann ich nach meinem doch 7 monatigen Aufenthalt hier mit Sicherheit und ohne schlechtes Gewissen ablegen.

Vor kurzem habe ich mal meine bisherigen Reisen so ein bisschen revuepassieren lassen und festgestellt, dass ich vermutlich schon mehr von der Welt gesehen habe als der Durchschnittsmensch- ein Karrieretreiber wie mir gesagt wurde (vermutlich wahr). Sehr bereichernd (das mit 100%iger Sicherheit). Alleine die Inspirationen, die man sich hier jeden Tag holt, wuerden ausreichen um tonnenweise Buecher zu fuellen und Tausendschaften an Bildern zu malen (ein sehr festes Vorhaben meinerseits uebrigens). Jedenfalls vermute ich mal, zumindest kristallisiert sich das immer mehr heraus, dass ich (bzw. Shanay und ich) nicht sehr viel Zeit in Oesterreich verbringen werde. Schnell das Studium abschliessen und ab mit uns- das ist der Plan. Das muss der Plan sein. Soll man auf soviel Schoenheit die die Welt so bietet einfach verzichten? Die Antwort zu dieser frage muss schliesslich und endlich jeder fuer sich selbst beantworten- ich glaube sie schon zu kennen.
MAHI

thirsty thursday

Das Wort zum DonnersTAG in unserer Firma. Auf Grund der Kreativitaet unserer Praktikanten und der vorherrschenden Hitze in der Stadt beschliesst man nach der Arbeit ein Bierchen trinken zu gehen (JA Herr Scherbinek ich habe mich bemueht keinen Alkohol zu trinken und gleichzeitig NEIN ich habe es nicht geschafft). Somit trifft man sich um 18.30 im Barrow Street Ale House (JA es ist genauso wie es sich anhoert) und trinkt einen, zwei, drei- wieviel waren es noch einmal.

Trinkend und tratschend stehen meine Arbeitskollegen herum und mittendrin Shanay heftigst Gestikulierend und ihrerseits auch keineswegs mundfaul. Meinerseits unterhalte ich mich mit Marten meinem Sitznachbarn, Praktikanten, Deutschen, in Boston studierenden, aufstrebenden wasweissichwas. Sehr interessante Gespraeche fuehrt man da- Ivy League School talk wuerde ich das mal so nennen- ich meinerseits befinde mich ja nicht auf einer solchen, finde mich aber umgeben von Menschen, die das schon gemacht haben oder noch tun.

Bildung ist so eine Sache. Ich bin ja draufgekommen, dass es vollkommen egal ist, wo man studiert, wenn man nur das richtige studiert, was ja an sich schon schwer genug ist. Ausgehend von meiner Position halte ich mich bisweilen sehr gut und beginne mich mehr und mehr ueber meine taegliche performance, als ueber mich selbst zu definieren (kryptisch Herr Hickl kryptisch, JA Zwiegespraeche mit sich selbst sind gesund). Wie auch immer, was ich damit eigentlich meine ist, Persoenlichkeitsfaktoren einmal ausser Acht gelassen, dass man alles erreichen kann, wenn man sich nur bemueht. Und, was ich auch fuer sehr wichtig halte (und das habe ich von meinem ueberaus klugen Grossvater gelernt)- es gibt nichts, was nicht interessant ist. Es gibt Dinge die fuer einen selbst schwierig sind (wie fuer mich financial accounting zum Beispiel) was aber nicht unbedingt heisst, dass es nicht spannend sein kann. Und genau in diesem Dilemma befinde ich mich gerade. Verdammt, ich bin an so vielem interessiert- was zur Hoelle mache ich dann wirklich daraus/damit.

Und genau hier schlisst sich nahtlos meine naechste Erkenntnis an- man weiss es schlicht und ergreifend nicht, was man einmal machen wird. Man kann und sollte auch einen Plan haben. So wie das aber immer ist mit Plaenen koennen sich diese im Laufe der Zeit jedoch als obsolet herausstellen und man greift einfach wieder ein anderes Thema auf. Spannend, nicht? Wie der Herr Heigl den Herrn Herbert Groenemayer immer so schoen zitiert- Stillstand ist der Tod.

Also rauf aufs gas und rechts ueberholen wuerde ich mal sagen. Ich wurde ja schon einmal als Schwamm bezeichnet- alles was rund um mich herum passiert sauge ich auf, um es irgendwann einmal in meinem Sinn zu verwenden, mit dem downturn dann nicht immer aktiv was zu meiner Umwelt beizutragen (in einer kurzfristigen Betrachtung). Tja, somit wurde ich offiziell ein Schwamm wuerde ich sagen und sauge nicht nur an meinem Bier an einem heissen Donnerstag Abend sondern auch die Informationen aus meiner Umwelt auf.

Liebe Gruesse- der Schwamm